Kaltes Plasma bei Mauke Pferd

Besonders an hellen Füßen und bei nasser Witterung kennen fast alle Pferdebesitzer Mauke, die schorfigen Wunden in der Fesselbeuge, die oft hartnäckig allen Behandlungen widerstehen und nicht selten zu dicken Beinen führen. Ging man früher davon aus, dass es vor allem hygienische Mängel in nassen Boxen und auf matschigen Böden sind, spielen nach neueren Erkenntnissen auch systemische Faktoren wie ein Überschuss an Eiweiß, Stärke und Zucker und Mineralmangel eine Rolle. Oft finden sich auch Mischinfektionen mit Milben oder Pilzen, die in schweren Fällen sogar einen Antibiotikaeinsatz erfordern können.

Genau hier setzt die Behandlung mit kaltem Plasma bei Mauke Pferd an. Das kalte Plasma reduziert nicht nur die Keime und Bakterien, sondern verbessert auch die Mikrozirkulation zur schnelleren Regeneration der gereizten Haut. Die Mauke kann somit besser abheilen.

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Was ist Mauke und wie entsteht sie?

Unter Mauke beim Pferd versteht man – vereinfacht gesagt – eine Hauterkrankung, die im Bereich der Fesselbeuge und besonders an unpigmentierten, also weißen, Gliedmaßen auftritt. Sie wird auch als Fesselekzem bezeichnet und äußert sich bevorzugt an den Hinterbeinen des Pferdes. Mauke steigt vor allem bei Pferden mit langem Kötenbehang (Fesselbehang) nicht selten bis zum Mittelfuß beziehungsweise Tarsalgelenk (Sprunggelenk) und Karpalgelenk auf. Aufgrund des fast vollständig fehlenden Kötenbehangs sind nur selten Warmblüter, Vollblüter oder Traber von Mauke betroffen, sondern vor allem Kaltblüter, Tinker und Friesen mit ausgeprägtem Fesselbehang. Die Symptome einer Mauke können je nach Pferd unterschiedlich stark oder schwach ausgeprägt sein, gehen aber meist mit starkem Juckreiz einher. Ein deutliches Zeichen für solches Jucken ist zum Beispiel unruhiges Verhalten des Pferdes und wiederholtes Stampfen auf den Boden.

Symptome von Mauke beim Pferd

Mauke kann verschiedene Ursachen haben – und auch die Symptome und der Verlauf der Krankheit können unterschiedlich sein. Im Anfangsstadium einer Mauke zeigt sich in der Fesselbeuge des Pferdes eine Rötung der Haut, die durch Reize wie Nässe, Harn, Feuchtigkeit oder Reibung weiter gefördert wird. Langer Fesselbehang ist hier von Nachteil, denn er lässt nur wenig Luft an die Haut und begünstigt somit Entzündungen. Infolge der übermäßigen Reizung der Haut entstehen in den obersten Hautschichten kleine Risse, welche die natürliche Schutzfunktion der Haut beeinträchtigen. Bakterien können sich leichter ansiedeln und vermehren. Besitzt das Pferd ein starkes Immunsystem, kann es die Bakterien und andere Erreger erfolgreich bekämpfen und deren Ansiedlung verhindern. In diesem Fall bleibt es bei einer reinen Entzündung der Haut, die durch weitere Reizung zu Pusteln oder Blasen und letztendlich starken Verkrustungen an den betroffenen Hautstellen führen kann. Bei vielen Pferden bleibt es bei dieser Form der Mauke, die man auch als "trockene Mauke" bezeichnet. In diesem Stadium gehen die meisten Pferde mehr oder weniger lahm. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist es ratsam, den Tierarzt für eine genauere Abklärung aufzusuchen.

Folgen von unbehandelter Mauke für das Pferd

Bleibt der Störfaktor für die Reizung der Haut, also zum Beispiel übermäßige Feuchtigkeit oder Reibung an der Fesselbeuge, weiter bestehen, kann sich aus der akuten, leicht behandelbaren Mauke bei dem betroffenen Pferd eine chronische Form entwickeln. Ist zusätzlich zu der Reizung der Haut das Immunsystem des Pferdes geschwächt, können sich Bakterien in den Rissen der geschädigten Haut erfolgreich ansiedeln und vermehren. Der Körper des Pferdes reagiert auf dieses Eindringen der Bakterien mit einer lokalen Entzündungsreaktion, um die Erreger zu beseitigen. Infolgedessen beginnt die entzündete Hautstelle zu nässen und bildet einen schmierigen Belag. In diesem Stadium spricht man von der "nassen Mauke". In der Folge kann es zu einer Verdickung der Lederhaut und warzenartigen, übelriechenden Hautschwielen und Wucherungen kommen. Man spricht dann von der sogenannten "Warzenmauke", die vor allem bei Kaltblutpferden auftritt.

Brandmauke durch Infektion mit Fäulnisbakterien

Bleibt die betroffene Stelle unbehandelt, breiten sich die Risse und Schädigungen auch auf die unteren Hautschichten aus und bieten somit noch mehr Angriffsfläche für andere Bakterien, Viren oder Pilze. Siedeln sich Fäulnisbakterien an, kommt es zu einer umfangreichen Zerstörung des Gewebes und dem Absterben der Haut – der sogenannten "Brandmauke". Diese ist die schwerste Form der Mauke und stellt eine ernstzunehmende Erkrankung dar, die eine hochgradige Lahmheit des Pferdes hervorruft und nur schwer kurierbar ist.

Ursachen von Mauke beim Pferd erkennen

Die Ursachen für Mauke beim Pferd sind sehr breit gefächert und reichen von falscher Ausrüstung, über eine unpassende Fütterung des Pferdes sowie schlechte Stallhygiene bis hin zu Parasiten auf der Haut. Zu den größten Gefahrenfaktoren zählt übermäßige Feuchtigkeit, welche die Aufweichung der Fesselbeugehaut bewirkt und diese dadurch anfälliger für die Entstehung von Mauke macht. Aus diesem Grund tritt die Krankheit hauptsächlich in den Herbst-, Winter- und Frühjahrsmonaten auf, wenn der Boden durch die Witterung feucht und durchnässt ist. Daher ist für Pferde im Sommer die Wahrscheinlichkeit geringer, an Mauke zu erkranken. Doch auch im Stall kann das Pferd Feuchtigkeit ausgesetzt sein: Deshalb ist richtige Stallhygiene mit regelmäßigem Ausmisten von großer Bedeutung, um den Feuchtigkeitsdruck auf die Beine gering zu halten. Weitere Faktoren, die Mauke begünstigen, sind zu häufiges Abspritzen des Pferdes nach dem Bewegen (auch im Sommer) oder langes Stehen auf nassen, versumpften Weiden oder Koppeln.

Reibung und Futter als Ursache für Mauke

Neben hoher Feuchtigkeit stellt auch permanente Reibung ein großes Risiko in Bezug auf die Entstehung von Mauke dar, weil dadurch eine ständige Reizung und Irritation der Haut verursacht wird. Diese stammt meist von falscher oder schlechtsitzender Ausrüstung für das Pferd, wie zum Beispiel reibenden Springglocken, Gamaschen oder Bandagen. Man geht auch davon aus, dass Mauke durch eine Futterunverträglichkeit oder eine unausgeglichene Versorgung des Pferdes mit Mineralstoffen und Spurenelementen begünstigt werden kann. Daher sollten Sie beim Kauf von Ausrüstung und Pferdefutter genau darauf achten, dass diese für Ihr Pferd geeignet sind.

Parasiten und ihr Gefahrenpotenzial

Hinter vielen Mauke-Fällen stecken auch Parasiten, welche die Haut eines Pferdes befallen und starken Juckreiz auslösen. Hauptverantwortlich hierfür ist die sogenannte Chorioptesmilbe (Chorioptes equi), die eine andere typische Form der Mauke beim Pferd, die Chorioptes-Räude oder "Fußräude", hervorruft. Die kleinen Parasiten sitzen bevorzugt auf der Haut im Bereich der Fesselbeuge eines Pferdes und ernähren sich von Hautschuppen, entzündlichem Hautsekret und Lymphflüssigkeit. Die durch die Chorioptesmilbe hervorgerufenen Verlaufsformen von Mauke sind von starkem Juckreiz und infolgedessen von Reiben, Nagen, Beißen, Stampfen und Schlagen des Pferdes begleitet. Besteht Verdacht auf einen Befall mit diesen Parasiten, kann der Tierarzt die Milben unter dem Mikroskop nachweisen und mit entsprechenden Medikamenten behandeln. Die Mittel können entweder als Paste ins Maul gegeben, als lokale Salbe aufgetragen oder als Ganzkörper-Waschung angewandt werden. Da die Milben von Pferd zu Pferd übertragen werden können, ist die Fußräude ansteckend und sollte bei der Behandlung deswegen alle Pferde im Stall miteinschließen. Prinzipiell gilt: Wird die Fußräude früh diagnostiziert, ist die Prognose für das betroffene Pferd in der Regel sehr gut.

Vorbeugung ist die beste Medizin

Das Immunsystem des Pferdes spielt eine entscheidende Rolle für den Krankheitsverlauf der Mauke. Ist es intakt und gut ausgeprägt, fällt es Bakterien oder anderen Krankheitserregern schwerer, sich in der Wunde anzusiedeln und Schaden anzurichten. Dahingegen kann ein Pferd mit geschwächten Abwehrkräften ein gefundenes Fressen für Krankheitserreger darstellen. Das Immunsystem kann zum Beispiel durch eine bedarfsgerechte und ausgewogene Ernährung des Pferdes unterstützt und somit das Risiko für Mauke deutlich reduziert werden.

"Mauke Pferd" durch Hygiene vorbeugen

Das A und O jedoch bei der Prophylaxe von Mauke sind die richtige Stallhygiene und Haltung des Pferdes. Das heißt, die Box muss sauber und trocken sein und die Paddocks frei von übermäßigen Kot- und Flüssigkeitsansammlungen. Zusätzlich sollte das Pferd nicht stunden- oder tagelang auf einer matschigen Koppel im Schlamm stehen. Beherzigt man diese Ratschläge, kann man Mauke wirksam vorbeugen und sein Pferd vor der Erkrankung schützen.

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